Adolf-Lazi-Archiv

Adolf-Lazi-Archiv

Der künstlerische Nachlass des deutschen Fotografen und Bildhauers Adolf Lazi (1884–1955) befindet sich heute in Esslingen in den Räumen der Lazi-Akademie und umfasst neben Sach-, Werbe- und Architekturaufnahmen zahlreiche Porträts. Die Aufnahmen werden auf knapp 20.000 geschätzt, daneben werden auch Arbeitsgeräte, Schriftwechsel, Skizzen, Tagebücher, Ölgemälde, Bromöldrucke, Plastiken, Holz- und Bildhauerarbeiten sowie Möbel und vieles andere mehr verwahrt.

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Silberkanne © Adolf-Lazi-Archiv

Adolf Lazi begann 1896 eine Lehre bei dem Architekten und Bildhauer Karl Heinrich Seboldt und gründete 1906 ein Atelier für technische Aufnahmen und Porträts in München. Um sein fotografisches Wissen zu vertiefen, absolvierte er Abendkurse an der damaligen Bayerischen Lehr- und Versuchsanstalt. 1908 siedelte Lazi nach Paris über, wo er eine Anstellung im Fotostudio Nadar Fils beim Sohn des Fotopioniers Nadar erhielt. 1913 wurde ihm für seine Gummidrucke in Gent der Grand Prix verliehen.

Bei Kriegsausbruch 1914 verließ er Paris und leistete seinen Kriegsdienst an der Westfront, 1917 wurde er als dienstuntauglich entlassen. Er gründete 1918 im Schwarzwald ein eigenes Fotostudio und hat an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen. Er stand in Kontakt mit Vertretern der »Neuen Sachlichkeit« und anderen Künstlern wie Oskar Schlemmer und Willi Baumeister.

Mit dem Umzug nach Stuttgart 1928 verlagerte er seinen Tätigkeitsschwerpunkt von der Porträt- zur Industriefotografie mit Sach- und Architekturaufnahmen. Von 1933 bis 1945 war Adolf Lazi nach eigenen Angaben von der Berufsgruppe »als staatsfeindlich ausgeschaltet«, da er sich als Pazifist betätigt habe. Es war ihm in dieser Zeit untersagt, staatliche und städtische Aufträge auszuführen. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Reiseaufnahmen.

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Willi Baumeister © Adolf-Lazi-Archiv

Lazi fotografierte im Auftrag großer Firmen, unter anderem für Daimler Benz und Bosch. Für Produktkataloge und Werbezwecke, oftmals Gebrauchsgegenstände mit funktionalistischem Design, engagierten ihn Firmen wie Junghans oder WMF. Ab 1947 bemühte sich Lazi in gesteigerter Form um stilistische und technische Qualitätsstandards in der Fotografie. Unter anderem gründete er 1950 zusammen mit seiner Frau Eta (1917–1999) die »Internationale Schule für Höhere Photographie – Lazi«, kurz »Schule Lazi« genannt, die seinen Tod 1955 überdauerte. Heute wird sie als Fachbereich Foto-Design der »Lazi-Akademie – The European School of Film and Design« unter Leitung seines Sohnes Ingo Lazi weitergeführt.

Adresse

Adolf-Lazi-Archiv
Schlösslesweg 48–50
73732 Esslingen
Deutschland

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