Das Fotoarchiv des Ruhr Museums in Essen

Die Geburtsstunde des Fotoarchivs als eigenständiger Abteilung des Museums - Zeichen einer seinerzeit noch durchaus ungewöhnlichen Wertschätzung regionaler fotografischer Überlieferung - ist 1989. Das Ruhrlandmuseum, der Vorläufer des Ruhr Museums, übernahm in diesem Jahr eine aus mehreren Konvoluten bestehende Fotosammlung mit 350.000 Negativen und Abzügen zur Geschichte des Ruhrgebiets, die im Projekt „Bildarchiv zur Geschichte des Ruhrgebiets“ von 1984-1987 mit finanzieller Hilfe der Kulturstiftung Ruhr bearbeitet wurde. Die damalige Leiterin der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang hatte dieses Projekt initiiert. Aus dem Wettbewerb zur Übernahme der Bestände, an dem mehrere Städte beteiligt waren, ging das Ruhrlandmuseum als Sieger hervor. 

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Michael Wolf, Siedlung Ebel, Bottrop 1976, Copyright: Fotoarchiv / Ruhr Museum

Seitdem werden die Bestände regelmäßig in Ausstellungen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentiert und ständig erweitert. Mittlerweile ist das Fotoarchiv das größte und bedeutendste Archiv historischer und zeitgenössischer Fotografien der Region. 

Zurzeit umfasst das Bildarchiv rund vier Millionen Negative und mehrere Zehntausend Papierabzüge und Diapositive. Zu den bereits vor 1989 vorhandenen Beständen (Sammlungs-, Ausstellungs-, ethnologische, geologische, archäologische und sozialgeschichtliche Dokumentationen)  kommen umfangreiche Fotografen-Nachlässe und -Archive wie die  von Ruth Hallensleben, Willy van Heekern, Josef Stoffels, Anton Tripp, Marga Kingler, Peter Kleu oder Henning Christoph hinzu. Vertreten sind außerdem wichtige Fotografen von Ludwig Windstosser und Albert Renger-Patzsch bis hin zu Bernd und Hilla Becher, Timm Rautert, Michael Wolf, Brigitte Kraemer, Manfred Vollmer oder Joachim Schumacher. Der letzte große Zuwachs mit ca. 800.000 Fotografien kam durch die Übernahme der Bestände der Stadtbildstelle Essen zustande.

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Ruth Hallensleben, Sportler auf einem Fußballplatz, Ruhrgebiet 1959, Copyright: Fotoarchiv / Ruhr Museum

Die zeitlichen Schwerpunkte der Sammlung erstrecken sich von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, mit einem Schwerpunkt auf die 1930er sowie die 1950er bis 1990er Jahre. Thematisch wird ein breites Spektrum abgebildet: alte und neue Bilder der Region, Zeugnisse der wechselvollen Geschichte von Politik, Kultur und Sport, von Landschaften und Städten, Beobachtungen der Menschen und ihres Alltags, Dokumente der Industriearchitektur ebenso wie der unterschiedlichsten Arbeitsplätze sowie Aufnahmen des Strukturwandels.

Die Sammlung steht allen Interessenten offen. Sie wird von Wissenschaftlern der unterschiedlichen Disziplinen ebenso genutzt wie von den Medien, von anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie von Privatpersonen, die sich über bestimmte Aspekte der Geschichte und Gegenwart der Region informieren möchten. Seit 2009 sind wesentliche Bestände des Fotoarchivs im Internet einsehbar. In der Online-Bilddatenbank www.fotoarchiv-ruhrmuseum.de können Interessierte selbstständig recherchieren, sich Bildmaterial anzeigen lassen und Bestellungen aufgeben. 

Adresse

Ruhr Museum
Zollverein A14 (Kohlenwäsche)
Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen
Deutschland

(Postadresse)

Stefanie Grebe

Stiftung Ruhr Museum

Fotografische Sammlung / Fotoarchiv

Fritz-Schupp-Allee 15

45141 Essen

 

T.: 0201-24681-413

F.: 0201-24681-460

stefanie.grebe@ruhrmuseum.de

www.ruhrmuseum.de

www.fotoarchiv-ruhrmuseum.de