Archiv-Geschichten

Hier stellen wir Archive vor, die bereits an eine Institution vermittelt wurden oder für die noch ein Ort für eine passende, langfristige Sicherung gesucht wird.

Archiv Holger Rüdel

»Du dreckiges Kommunistenschwein!«, brüllte der Hilfsarbeiter Josef Bachmann, als er am 11. April 1968 um 16:35 Uhr in Berlin drei Schüsse auf einen Mann abfeuerte, der vielen als »Volksfeind Nr. 1« galt: Rudi Dutschke, die charismatische Leitfigur der Studentenbewegung und Außerparlamentarischen Opposition (APO).

Nachlass Paul Dobe

Paul Dobe. Wie ein Flohmarktfund in eine Sammlung führt „Es ist nützlich, wenn man von dem gegenwärtigen natürlichen Pflanzensystem etwas weiß. Von der Stammesgeschichte, von der Verwandtschaft. Man kann dann eine Reihe verwandter Formen vergleichen und sie im Geiste auf eine gemeinschaftliche Ahnenform zurückführen.“ Mit diesen Worten beschreibt der Maler und Pflanzenzeichner Paul Dobe (1880-1965) 1929 einen wichtigen Aspekt seiner Arbeitsweise. In der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, wird aktuell ein größeres Konvolut seines Werkes mit fotografischem Schwerpunkt aufgearbeitet: Präzise Nahaufnahmen von Blumen und Pflanzen, sorgfältig auf Karton montiert und beschriftet, sind ebenso darunter zu finden wie fotografische Reproduktionen feiner Pflanzenzeichnungen, ausgeführt in Tusche oder Aquarell. Kiefernzapfen, Leberblumen, Spiralstudien, Bäume und Wolken erweitern den Motivschatz der über 500 Bilder, hinzu kommen Mappen wie „Das Blumenornament“, Briefe, Karteikästen und über 1000 Negative und Dias in Originalschachteln.

Nachlass Sibylle Bergemann

Künstlernachlässe sind seit ein paar Jahren nicht nur stärker im Fokus der Öffentlichkeit, sondern auch zunehmend ein Thema für Galerien. Das kann eine Erweiterung der Galeriearbeit sein oder auch ein neues Geschäftsfeld. „Für den Markt sind die Nachlässe bisher übersehener Künstler eine neue Nachschubquelle“ schrieb Tim Ackermann Anfang 2016 in der ZEIT. Die Fotografin Sibylle Bergemann (1941-2010) ist sicher keine übersehene Künstlerin, aber auch bei ihr stellte sich die Frage, was mit dem Nachlass geschehen soll.

Nachlass Peter Keetman

Es gibt Fotografen, deren Werk fest zum Kanon der Fotokultur gehört und doch nur Wenigen in der Tiefe bekannt ist. Das trifft auf das Werk von Peter Keetman (1916 – 2005) zu und könnte sich 2016 ändern. Zum 100. Geburtsjahr wird seine fotografische Arbeit mit einer umfassenden Ausstellung gewürdigt – zum Auftakt im Museum Folkwang in Essen und später im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen. Weitere Stationen folgen ab 2017.  Ein Buch erscheint bei Steidl. Zugleich kann zu Peter Keetman eine besondere „Archiv-Geschichte“ erzählt werden, die mit zwei Institutionen bzw.

Das Hannes M. Flach Archiv

„nett wäre es auch eine sammlung meiner besten arbeiten anzulegen – da ich da doch nie in meinem leben dazu komme“  So gesagt bzw. aufgeschrieben von Hannes Maria Flach in seinem Testament, verfasst am 13. Juli 1933 in Köln-Zollstock. Auf diese Bitte des Fotografen wird später noch zurückzukommen sein.

Der Nachlass Wilfried Täubner (1940-94)

Mein Vater, der Künstler-Fotograf Wilfried Täubner, der am 1. April 1994 nur 53-jährig seinem Krebsleiden erlegen ist, hat ein großes und bedeutendes künstlerisches Werk hinterlassen. Neben den Kubus-Arbeiten, die von 1971 bis zu seinem Tod 1994 entstanden sind und als das künstlerische Hauptwerk angesehen werden können, existieren zahlreiche weitere Serien von hoher künstlerischer Qualität und kulturhistorischer Bedeutung. In seinem Nachruf auf meinen Vater Wilfried Täubner kommt Charles Compère noch einmal auf das Hauptwerk zu sprechen:

Walter Vogel und die bpk

„Der in Düsseldorf lebende 83-jährige Fotograf Walter Vogel hat Teile seines Œuvres an das bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte in Berlin gegeben. Vogel ist mit seinen Künstlerporträts von Pina Bausch und Joseph Beuys, mit seinen Alltags- und Arbeitsmotiven aus dem Ruhrgebiet sowie seinen Caféhaus- und Reisebildern bekannt geworden.

Archiv Peter H. Fürst

Peter H. Fürst wurde 1939 in Leoben (Österreich) geboren und lebt heute Köln. Von 1954 bis 1957 absolvierte er eine Fotografenlehre im elterlichen Betrieb und ein Studium an der Höheren graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. 1960 folgten die Meisterprüfung und der Schritt in die Selbständigkeit. In den Jahren 1963 bis 1968 fotografierte Fürst für Firmen wie Lancôme, Revlon und Sans Soucis. Daneben entstanden Arbeiten im Bereich der Modefotografie.